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Wichtige steuerliche und sonstige Änderungen ab 2008

Anlagevermögen / Unternehmer

Die degressive Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter wurde für Neuanschaffungen nach dem 31.12.2007 abgeschafft.

Die steuerliche Geltendmachung von Aufwendungen für Geringwertige Wirtschaftsgüter wurde ab 1. 1.2008 grundsätzlich neu geregelt.

 

Unternehmensteuerreformgesetz 2008 v. 14. 8.2007

§ 7 Abs. 2 und § EStG

Ansparrücklage / Investitionsabzugsbetrag

Unternehmer / Freiberufler: Die Ansparrücklage wurde durch den neuen Investitionsabzugsbetrag (bereits ab 2007) abgelöst.

 

Unternehmensteuerreformgesetz 2008 v. 14. 8.2007

§ 7g EstG

BAFÖG: BAFÖG-Begünstigte mit einem Kind erhalten einen Familienzuschlag. Ab 1.10.2008 steigen die Bafög-Sätze um 10% auf max. 521 Euro. Der Elternfreibetrag wird um 8% auf 1.555€ angehoben.

 

 

Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung

Westdeutschland: Renten- und Arbeitslosenversicherung: 5.300€ mtl.

Ostdeutschland: Renten- und Arbeitslosenversicherung: 4.500€ mtl.

Bundeseinheitlich: Kranken- und Pflegeversicherung: 3.600€

 

Hinweis: Die Versicherungspflichtgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt 4.012,50€ p.m.  Nur wenn das Einkommen in drei aufeinanderfolgenden Jahren über diesem Wert liegt, ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich.

 

 

Beitragssätze zur Sozialversicherung:

Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung ab 1. 1.2008 auf 3,3%

Erhöhung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung ab 1. 7.2008 auf 1,95%

 

 

Biokraftstoff: Die Steuer auf den Biokraftstoff wurde um 15 Cent je Liter erhöht.

 

Ehrenamtspauschbetrag:

Der rückwirkend zum 1. 1.2007 neu eingeführte Ehrenamtspauschbetrag ermöglicht die sozialversicherungs- und steuerfrei Vereinnahmung von Aufwandsentschädigungen bis max. 500€ p.a. von gemeinnützigen Organisationen.

 

Gesetz zur Stärkung des bürgerlichen Engagements

§ 3 Nr. 26a EStG

 

Einkommensteuer

Übernahme des Spitzensteuersatzes von 45% (Erhöhung um 3%) ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000€ (verheiratete 500.000€) auch auf alle Gewinneinkünfte (Unternehmer, Freiberufler, Selbständige).

 

 

Einkommensteuererklärung / Antragsveranlagung

Die Zweijahresfrist zur Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung, der so genannten Antragsveranlagung, wurde abgeschafft. Betroffen davon sind Bürger die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse nicht verpflichtet sind eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Die betrifft insbesondere Arbeitnehmer die mit einer Steuererstattung rechnen können. Die Erstattungsansprüche gingen bisher verloren, wenn nicht spätestens bis zum 31.12. des zweiten Jahres nach dem betreffenden Steuerjahr die Erklärung dem Finanzamt vorlag.

 

Erbschafts- und Schenkungssteuer

Die noch nicht gesetzlich verabschiedeten Neuregelungen zur Erbschafts- und Schenkungssteuer, sollen bereits ab 1. 1.2008 gelten. Für eine Übergangszeit kann jedoch wahlweise die alte gesetzliche Regelung in Anspruch genommen werden.

 

 

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Unternehmer / Freiberufler:  Die steuerliche Geltendmachung von Aufwendungen für Geringwertige Wirtschaftsgüter wurde ab 1. 1.2008 grundsätzlich neu geregelt.

 

Unternehmensteuerreform

Gewerbesteuer

Bei Personenunternehmen (Einzelunternehmen und Personengesellschaften), die in einer Gemeinde mit einem Gewerbesteuerhebesatz von maximal 380% besteuert werden, kommt es zu einer 100% Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer.

Die Gewerbesteuer nicht mehr als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig. Im Gegenzug wurde die Gewerbesteuermesszahl von 5% auf 3,5% abgesenkt. 

Dem gewerbesteuerlichen Gewinn werden deutlich höhere Zinsanteile als bisher zugerechnet. Leasing- und Mietaufwendungen wirken sich hier nachteiliger aus als die Fremdfinanzierungsaufwendungen aus Kaufgeschäften.

Weitere Infos hierzu unter Gewerbesteuer.

 

Unternehmensteuerreformgesetz vom 14. 8.2007

§ 35 Abs. 1 EstG

§ 4 Abs. 4 EstG

§ 11 Abs. 2 GewStG

§ 8 GewStG

Gewinnthesaurierung

Für Unternehmer, Selbständige oder auch Freiberufler die ihren Gewinn durch Aufstellung einer Bilanz ermitteln (nicht bei Einnahmen- / Ausgabenrechnung), besteht ab dem Jahr 2008 die Möglichkeit den nicht entnommenen Gewinnanteil mit einem begünstigten Steuersatz von 28,25% zu besteuern.  Ein Unternehmer der sonst diesen Gewinnanteil zu einem Einkommensteuersatz von 42% besteuern müsste, kann durch eine entsprechende Gestaltung eine effektive Steuerersparnis von ca. 12,5% erzielen. Der Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer wurden hierbei nicht berücksichtigt. Bei einer späteren Entnahme / Veräußerung erfolgt eine Steuernachbelastung. Eine 10%ige Mindestbeteiligung an der Gesellschaft ist zur Inanspruchnahme der Vergünstigung erforderlich.

 

Unternehmensteuerreformgesetz vom 14. 8.2007

§ 34a EStG

Kapitalgesellschaften / Mantelkauf

Neue klarstellende Regelungen zur Übernahme von Verlusten bei Kauf einer GmbH oder Gesellschafterwechsel von mehr als 25% der Gesellschaftsanteile bzw. mindesten 50% der Gesellschaftsanteile. Ausnahmeregelungen soll für die Beteilung von s.g. Wagniskapitalgesellschaften (Beteiligungsgesellschaften) gelten.

 

Unternehmensteuerreformgesetz vom 14. 8.2007

§ 8 Abs. 4 KStG

§ 8c KStG

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag wird ab 2008 ohne zeitliche Begrenzung gewährt, soweit die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bisher war der Zuschlag auf 36 Monate begrenzt.

Im Rahmen der HARTZ IV Regelung hat der Gesetzgeber einen Kinderzuschlag eingeführt. Den Zuschlag erhalten Eltern, die mit ihrem Einkommen zwar ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, nicht aber den ihrer Kinder. Durch die Zahlungen eines Kinderzuschlags soll vermieden werden, dass Personen nur wegen dieser Unterhaltsverpflichtung unter das Arbeitslosengeld II fallen. 

 

Körperschaftsteuer

Kapitalgesellschaften sind durch die Herabsetzung der Steuermesszahl bei der Gewerbesteuer von bisher 5% auf 3,5% und durch die Herabsetzung des Körperschaftsteuersatzes von bisher 25% auf 15% entlastet. Die Gesamtsteuerbelastung wird damit ab 2008 bei rund 30% liegen. 

 

Unternehmensteuerreformgesetz vom 14. 8.2007

§ 23 Abs. 1 KStG

Rauchverbot:

In neun weiteren Bundesländern tritt zum 1. 1.2008 ein Rauchverbot in Gaststätten in Kraft. Bisher bestand das Rauchverbot bereits in Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen. In Sachsen tritt das Rauchverbot zum 1. 2.2008, in Rheinland-Pfalz am 15. 2.2008 und  in Nordrhein-Westfalen und Thüringen am 1. 7.2008 in Kraft.

 

 

Renteneintritt: Bei erstmaliger Gewährung der Rente im Jahre 2008 beträgt der Besteuerungsanteil 56%. D.h. 56% der Rentenbezüge werden als Einnahmen aus Renten steuerliche berücksichtigt. Der Besteuerungssatz bleibt dann für die Laufzeit der Rente gleich.

 

 

Reisekostenrecht

Das Reisekostenrecht im Rahmen der Einkommensteuer wurde neu geregelt. Von einer Auswärtstätigkeit ist nicht mehr auszugehen (= regelmäßige Arbeitstätte),wenn der Arbeitsplatz an mindestens 46 Tagen im Jahr aufgesucht wird (Beispiel weitere Dienststelle, Berufsschule etc.). Die 30-KM Grenze bei einer Auswärtstätigkeit ist weggefallen.

 

 

Riester Rente:

Die notwendige Gesamtsparleistung zur Erhaltung der Förderung erhöht sich auf 4% des vorjährigen Bruttoeinkommens (maximal bis zur Versicherungspflichtgrenze zur Rentenversicherung). Die staatliche Zulage beträgt ab 2008 bei Ledigen 154€ p.a., bei Verheirateten 308€ und erhöht sich je Kind um 185€. Für Kinder die nach dem 31.12.2007 geboren wurden, beträgt die Zulage 308€. Der steuerlich Höchstmögliche Sonderausgabeabzug beträgt 2.100€.  Auch die Rürup-Rente wird 2008 höher gefördert.

 

 

Spenden:

Rückwirkend zum 1. 1.2007 wurde die Abzugsfähigkeit von Spenden erhöht. Spenden an gemeinnützige Einrichtungen können bis zur  Höhe von 20% des Gesamtbetrages der Einkünfte (§ 10b EStG) steuerlich geltend gemacht werden. Ebenso wurde die Förderungen für Stiftungen verbessert. Bei Spenden bis zu 200 Euro kann die Finanzverwaltung auf die Vorlage einer Spendenbescheinigung verzichten.

 

Gesetz zur Stärkung des bürgerlichen Engagements

§ 10 b EStG,

§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG,

§ 9 Nr. 5 GewStG

Übungsleiterpauschbetrag

Der so genannte Übungsleiterpauschbetrag wurde rückwirkend zum 1. 1.2007 von bisher 1.800€ auf 2.100€ angehoben.

 

Gesetz zur Stärkung des bürgerlichen Engagements

§ 3 Nr. 26 EStG

 

Umweltzonen: Autofahrer benötigen in einigen Städten (Berlin, Hannover, Köln) bereits die Umweltplaketten (grün, gelb oder rot). Diese sind bei den Zulassungsstellen - gegen Vorlage des Kfz-Scheins und Zahlung einer Gebühr - erhältlich.

 

 

Unbeschränkte Steuerpflicht

Steuerpflichtige die im Inland weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt haben, werden auf Antrag wie unbeschränkt Steuerpflichtige behandelt, wenn die erzielten Auslandseinkünfte nicht mehr als 7.664€ (bisher 6.136€) betragen. Einkünfte die im Ausland nicht besteuert werden, werden hierbei nicht berücksichtigt.

 

Jahressteuergesetz 2008

§ 1 Abs. 3 EStG

Unterhaltsleistungen / Unterhaltsverpflichtungen

Kinder haben beim Unterhaltsgeld Vorrang vor allen anderen Anspruchsberechtigten. Bisher mussten sie sich den ersten Rang mit geschiedenen und aktuellen Ehegatten teilen. Darüber hinaus haben alle Väter und Mütter, die ihr Kind betreuen, für mindestens drei Jahre Anspruch auf Betreuungsunterhalt - unabhängig davon, ob sie verheiratet waren oder nicht. Der Kindesunterhalt steigt um zwei Euro pro Monat an. Die westdeutschen Sätze gelten nun auch im Osten.

 

Urheberrecht

Zum 1. 1.2008 sind umfangreiche Gesetzesänderung im Urheberrecht in Kraft getreten.

Digitale Kopien eines urheberrechtlich geschützten Werks bleiben möglich. Verboten ist künftig aber, eine offensichtlich rechtswidrige Vorlage zu kopieren, etwa aus illegalen Tauschbörsen.

 

 

Vermögensübertragung gegen Rente / Dauernde Last

Die Vermögensübertragung gegen Versorgungsleistungen ist für Verträge die nach dem 31.12.2007 geschlossen wurden steuerlich nur noch wirksam, soweit es sich auf die Übertragung von Betriebsvermögen bezieht.

 

Jahressteuergesetz 2008

§ 10 Abs. 1 Nr.1a EStG

Versicherungsverträge: Versicherte erhalten mehr Rechte und höhere Ansprüche aus Kapitallebensversicherungen.

 

 

 
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